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Re: Italien
Verfasst: 01.09.2011, 10:58
von Livia
In den 1990 Jahren hatte die Schweiz mit Italien ein Abkommen betreffend Ueberweisungen der Altersvorsorgegelder. Wenn italienische Bürger 35 Jahre in der Schweiz Beiträge bezahlt hatten, konnten sie einen Antrag stellen, frühzeitig nach Italien auszureisen und mit den Beiträgen aus der Schweiz in Italien eine Rente beziehen. Viele machten davon Gebrauch auch wenn davor gerade von italienischer Seite, gewarnt wurde. Die Verantwortlichen in Italien kassierten das Geld ein, legten es für 3 bis 4 Jahre an Geldinstituten oder andere mögliche Anlagen an und die daraus entstehenden Zinsen verschwanden in ihren Taschen. Der oder die Italiener musste also warten bis das Geld wieder frei wurde und bekamen erst dann ihre Rente zugesprochen. Auch aus den überwiesenen Beträgen wurde viel Geld abgezwackt und verschwanden ebenso in ihren Taschen. Die Betroffenen erhiehlen von den Schweizer Ausgleichskassen keine Auskunft wieviel Geld überliefert wurde. Es handelte sich aber um beträchtliche Beträge.
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/ ... d=20113632
Brachten sie einen PW aus der Schweiz nach Italien mussten sie die Schweizer Nummer innert einer nützlichen Frist retournieren. Die Italiener weigerten sich jeweils eine Autonummer auszuhändigen. Der Betroffene musste einen Anwalt einschalten der mit einem vorgedruckten Formular seiner Unterschrift und einen Stempel versehen bestätigen musste, dass der PW nicht gestohlen war.

Die Anwälte kassierten damals zwischen CHF 3'000.- und 4'000.- ein. Das funktioniert immer noch so.
Re: Italien
Verfasst: 01.09.2011, 12:52
von AlexRE
Das letzte Wort hat hier wieder einmal der EGHMR:
Italien beruft sich auf das Verfassungsgerichtsurteil, das die Berechnungsmethode geschützt hat, und erachtet die Frage als definitiv geklärt. Derzeit ist in Italien zwar ein Vorschlag zur Änderung dieser Regelung beim Gesetzgeber hängig. Ausserdem wurde auch Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erhoben. Der Ausgang dieser Verfahren ist noch offen. Die schweizerischen Behörden werden ihren Druck entsprechend aufrechterhalten.
Die Statistik der Verurteilungen europäischer Staaten in den Jahren zwischen 1999 und 2006 weist Italien vor der Türkei als Spitzenreiter aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A ... chenrechte
Trotz des im Eingangsbeitrag dieses threads beschriebenen erfolgreichen Befreiungsschlages der Italiener gegen die mafiaverseuchten Altparteien wirkt das mentale Gift, dass diese Verbrecher in der ganzen Gesellschaft hinterlassen haben, offenbar immer noch nach.
Wenn die Sitten erst einmal verlottert sind, ist es ein langer Weg zu einem neuen Selbstverständnis aller Verantwortungsträger, das ein gedeihliches und friedliches Zusammenleben der Menschen fördert statt es zu konterkarieren. Die Deutschen haben derzeit auch alle Veranlassung, sich diesen Erfahrungswert vor Augen zu halten.
Re: Italien
Verfasst: 01.09.2011, 16:52
von Livia
Das Rentensystem in Italien ist wie in Griechenland. In Rente gehen kann man mit 57 Jahren. Pflegepersonal können nach 15 Jahren in ihrem Beruf ebenfalls in Rente gehen. Die Meisten von ihnen sind zwischen 35 und 45 Jahre alt. Sie erhalten eine Rente und arbeiten dann an einem anderen Ort weiter. Viele Italiener hatten und haben sich zur Gewohnheit gemacht, Arbeiten ohne Beiträge zu zahlen. Eine Rente erhält auch wer keine Beiträge bezahlt hat. Berlusconi wollte diesen Sumpf auch trocken legen vor allem bei jenen die ohne Beiträge eine Rente bezogen. Sie fragten ihn wovon sie denn leben sollen? Berlusconi ist bekannt für seine Sprüche und gab ihnen zur Antwort, sie könnten ja weiterhin schwarz arbeiten.
Die Linken und vor allem die Kommunisten zerissen ihn in der Luft, auch da ist bis heute nur wenig geschehen.
Re: Italien
Verfasst: 01.09.2011, 18:52
von AlexRE
Livia hat geschrieben:Die Linken und vor allem die Kommunisten zerissen ihn in der Luft, auch da ist bis heute nur wenig geschehen.
Das heißt also, man bekommt da immer noch Rente, ohne jemals Beiträge bezahlt zu haben?
Re: Italien
Verfasst: 02.09.2011, 12:51
von Livia
http://www.italianita.de/files/soziale_ ... talien.htm
Es werden nach wie vor Renten ausbezahlt auch ohne einbezahlte Beiträge.
Re: Italien
Verfasst: 02.09.2011, 13:09
von AlexRE
Livia hat geschrieben:http://www.italianita.de/files/soziale_sicherheit_in_italien.htm
Es werden nach wie vor Renten ausbezahlt auch ohne einbezahlte Beiträge.
Dann sind die politischen Qualitäten von Berlusconi als Sumpftrockenleger wohl nicht so ausgeprägt wie seine Qualitäten als showman.
Der Text liest sich allerdings so, als sei die beitragsunabhängige Mindestrente die einzige Großzügigkeit des italienischen Sozialsystems im Vergleich zum deutschen und würde die durch die sonstigen Missstände ohnehin schon geförderte Schwarzarbeit nur noch weiter begünstigen. Einerseits flüchten sich die Menschen vor den Verhältnissen - d. h., vor der berüchtigten immer weiter auseinanderklaffenden "Schere" - in die Schwarzarbeit, andererseits wird ihnen die größte Hürde für diese Entscheidung, so keine Alterssicherung aufbauen zu können, aus dem Weg geräumt.
Re: Italien
Verfasst: 02.09.2011, 14:47
von Livia
AlexRE hat geschrieben:Livia hat geschrieben:http://www.italianita.de/files/soziale_sicherheit_in_italien.htm
Es werden nach wie vor Renten ausbezahlt auch ohne einbezahlte Beiträge.
Dann sind die politischen Qualitäten von Berlusconi als Sumpftrockenleger wohl nicht so ausgeprägt wie seine Qualitäten als showman.
Der Text liest sich allerdings so, als sei die beitragsunabhängige Mindestrente die einzige Großzügigkeit des italienischen Sozialsystems im Vergleich zum deutschen und würde die durch die sonstigen Missstände ohnehin schon geförderte Schwarzarbeit nur noch weiter begünstigen. Einerseits flüchten sich die Menschen vor den Verhältnissen - d. h., vor der berüchtigten immer weiter auseinanderklaffenden "Schere" - in die Schwarzarbeit, andererseits wird ihnen die größte Hürde für diese Entscheidung, so keine Alterssicherung aufbauen zu können, aus dem Weg geräumt.
Genau so ist es, nur Berlusconi wollte die Rentenrevision vornehmen, man hat ihm aber so viele Steine in den Weg gelegt, dass er nicht weiterkommt damit. Die Renten werden für die Arbeiterklasse für 13 Monate ausbezahlt und für Akademiker und andere Berufe für 14 Monate.
Re: Italien
Verfasst: 02.09.2011, 16:48
von GasGerd
Angeblich hat Berlusconi Italien als "Scheißland" bezeichnet und keinen Bock mehr, da den Vorturner zu spielen:
Man kann Berlusconi ja unsympathisch finden, aber das hier sollte Leuten, denen die Beseitigung von Armut erzeugenden Missständen wichtiger ist als die Nase in Politiker - Schlafzimmer zu stecken, doch zu denken geben, finde ich:
"Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, Berlusconi habe in dem Telefonat am 13. Juli mit Valter Lavitola, dem Herausgeber einer Online-Zeitung, wörtlich gesagt: "Ich bin völlig transparent, sauber in allem was ich tue. Man kann mir nichts vorwerfen. Die Leute können sagen, dass ich vögele. Das ist das Einzige. In ein paar Monaten werde ich fortgehen, um mich um meinen eigenen Kram zu kümmern. Ich verlasse dieses Scheißland, bei dem ich kotzen könnte."
weiter lesen:
http://www.gmx.net/goto/13567840.html#.A1000146"
Ich habe erst heute auf einem kleinen Forum gelesen, dass Berlusconi den einen oder anderen typisch italienischen Sumpf trockenzulegen versucht hat, dabei aber auf Granit gestoßen ist.
Die Italiener haben verdammt viel zu verlieren, wenn sie eine Renaissance der alten Mafia - Herrschaft in Italien riskieren, weil die politischen Vertreter der neugegründeten Parteien, mit denen die mafiaverseuchten Altparteien entsorgt wurden, wegen noch so grober menschlicher Schwächen scheitern. Das kleinere Übel im Vergleich zur früheren Schwerverbrecher - Herrschaft sind sie allemal, auch Berlusconi.
http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post ... p=322#jump
Re: Italien
Verfasst: 02.09.2011, 17:19
von Livia
Ja die Italiener, wenn sie nur so einfach wären wie sie aussehen.

Re: Italien
Verfasst: 03.09.2011, 09:34
von Livia
GasGerd hat geschrieben:Angeblich hat Berlusconi Italien als "Scheißland" bezeichnet und keinen Bock mehr, da den Vorturner zu spielen:
Man kann Berlusconi ja unsympathisch finden, aber das hier sollte Leuten, denen die Beseitigung von Armut erzeugenden Missständen wichtiger ist als die Nase in Politiker - Schlafzimmer zu stecken, doch zu denken geben, finde ich:
"Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, Berlusconi habe in dem Telefonat am 13. Juli mit Valter Lavitola, dem Herausgeber einer Online-Zeitung, wörtlich gesagt: "Ich bin völlig transparent, sauber in allem was ich tue. Man kann mir nichts vorwerfen. Die Leute können sagen, dass ich vögele. Das ist das Einzige. In ein paar Monaten werde ich fortgehen, um mich um meinen eigenen Kram zu kümmern. Ich verlasse dieses Scheißland, bei dem ich kotzen könnte."
weiter lesen:
http://www.gmx.net/goto/13567840.html#.A1000146"
Ich habe erst heute auf einem kleinen Forum gelesen, dass Berlusconi den einen oder anderen typisch italienischen Sumpf trockenzulegen versucht hat, dabei aber auf Granit gestoßen ist.
Die Italiener haben verdammt viel zu verlieren, wenn sie eine Renaissance der alten Mafia - Herrschaft in Italien riskieren, weil die politischen Vertreter der neugegründeten Parteien, mit denen die mafiaverseuchten Altparteien entsorgt wurden, wegen noch so grober menschlicher Schwächen scheitern. Das kleinere Übel im Vergleich zur früheren Schwerverbrecher - Herrschaft sind sie allemal, auch Berlusconi.
http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post ... p=322#jump
Habe hier in der Presse gelesen, dass man sein Telefon abgehört hat. Hätte man das mit einem Richter oder anderen korrupten Italiener gemacht, hätte die ganze Nation aufgeschrieen. Wo ist da das Datenschutzgesetz? Er beklagt sich auch dass er von den Richtern abhört wird. Ich muss ihm recht geben, Italien ist wirklich ein Scheissland, das weiss ich schon sehr lange.